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Getriebeausbau

Diesmal geht es nicht um meine aber ebenfalls eine R 100 GS, Bj. 1993. Leider ziemlich vom Salz zerfressen, wie man den Bildern entnehmen kann.
Hintergrund ist ein außerordentlich beunruhigendes Geräusch irgendwo im Bereich Kardan/Getriebe, wo genau konnte ich nicht sagen. Mein Haus und Hof Mechaniker Herbert Wimmer war so nett, mir anzubieten, wenn es das Getriebe sei, schiebt er die Reparatur zwischen rein, falls ich es ihm ausgebaut bringe.

Also los: Die Kiste durch einen Spannriemen zwischen Hauptständer und Vorderrad sichern, dann Hinterrad runter, Federbein raus, Stützstrebe an der Schwinge demontieren, Bremse aushängen, Kardan abflanschen (die vier Schrauben sollten ersetzt werden) anschließend die beiden Schwingenlager ausbauen. Dafür braucht man eine abgedrehte 27er Nuss - die hatte ich noch von meiner allerersten G/S, da musste das Getriebe auch mal raus.
Bevor ich die Kontermuttern gelöst habe, hab ich den Abstand von Schwinge zu Rahmen gemessen, dachte mir, das erleichtert den Wiedereinbau. Die Schwinge muss später wieder absolut mittig sitzen (+/- 0,5 mm).
Die Schwinge selbst ist schwer, also hinten abstützen, dann kann man sie vorne beim Lösen der Lager mit einer Hand halten und leicht entnehmen.

06_AbnehmenSchwinge

Etwas Aufpassen mit der Lagerung, damit das Öl aus dem Hinterradantrieb nicht über die Entlüftung rausläuft.
Die Kardanwelle lässt sich jetzt ganz leicht herausziehen.

17_LoesenGetriebe

Eine kurze Überprüfung ergab: Die ist es nicht. Dafür ging das Getriebe extrem ruckelig, wenn man hinten an der Abtriebswelle dreht. Also ist mindestens ein Lager hin - Mist!
Rund um das Getriebe also alles abbauen, was irgendwie hinderlich ist: Vergaser (der linke muss ganz weit weg, also auch den Benzinschlauch abziehen), Schaltwippe, im Luftfilter das ganze SLS Gerödel wegbauen, sonst kommt man nicht an die Befestigungsschrauben, SLS selbst ebenfalls lösen, Kabel vom Leerlaufschalter abziehen, Masse-Kabel entfernen und Tachometerwelle abziehen.
Das Kupplungsseil kann man leicht aushängen, indem man die Kupplung zieht, dann unten zwischen den Hebel und den Rahmen etwas “einklemmt”, z.B. einen Meterstab, und die Kupplung dann wieder löst. Jetzt ist das Seil lose.

Die beiden unteren Befestigungsschrauben noch lösen, das war’s. Jetzt solle sich das Getriebe nach hinten ziehen lassen. Ich dachte erst, man kann es herausnehmen, ohne den Batteriekasten abzuschrauben, man macht sich aber das Leben schwer, also auch noch die vier Schrauben gelöst. Jetzt lässt es sich seitlich herausdrehen. Die Kupplungsdruckstange ist etwas nervig, das geht aber auch irgendwie.
Im Prinzip ist es nur ein Haufen Arbeit. Ich habe mit der ganzen Fotografiererei und sehr gemütlich knapp drei Stunden gebraucht. Für mich war es nach 25 Jahren auch das erste Mal wieder, also komplettes Neuland.
Einbau in umgekehrter Reihenfolge. 40 Nm müssen es bei den Schrauben oben am Flansch des Kardan sein


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